Kapitel 2

 Über meine Kommunikation mit der Erde

Hinauf auf den Berg

Es war ein heißer Mittwochnachmittag am 18. September 1996. Ich schwitzte ordentlich auf meinem Weg hinauf zu einem der Gipfel in dem kleinen Gebirgszug, der innerhalb des Stadtgebiets von Phoenix, Arizona, liegt. Ich war der Bergspitze schon recht nah, als ich andere Menschen sah, von denen mir einer zuwinkte. Weil ich für das, was ich vorhatte, allein sein musste, suchte ich nach einer anderen Stelle und bog auf einen Pfad nach links ab. Ich sah, wie ein großer Vogel um einen der anderen kleinen Gipfel kreiste, und beschloss, dorthin zu gehen. Als ich die Spitze erreichte, mich setzte und auf die Stadt Phoenix vor mir hinunterschaute, war ich voller Zweifel. Was tat ich hier überhaupt?

Ich war auf den Berg gestiegen, um eine Bitte zu erfüllen, die ich eine Woche vorher in einem tranceartigen Zustand während einer Zeremonie erhalten hatte. Sie war Bestandteil meines schamanisch-spirituellen Trainings, das ich seit 1992 betrieben hatte. Das Ziel dieser Zeremonie bestand darin, mich an eines meiner „Vorleben“ zu „erinnern“; es sollte meine dritte Zeremonie dieser Art werden.

Wie ich bereits erwähnt habe, hatte ich viele Jahre zuvor ausgiebig die Berichte mehrerer „Reinkarnations­trancen“ untersucht, die ich mithilfe von Hypnosetechniken angeleitet hatte. Ich bezweifelte, ob wir jemals werden „beweisen“ können, dass wir schon zuvor gelebt haben. Aber ich war entschlossen, dem Thema gegenüber offen zu bleiben und bereit, der Sache auch für mich persönlich nachzugehen.

Während der Zeremonie, zu der eine Art geführte Trance gehörte, fand ich mich an einem Ort wieder, der mich stark daran zweifeln ließ (und immer noch lässt), ob ich es wirklich mit Bildern aus einem Vorleben zu tun hatte. Ich wusste, dass ich mich auf einer Art Raumschiff befand. „Das ist kein früheres Leben, und Raumschiffe sind nicht mein Ding“, schoss es mir durch den Kopf. Doch wenn ich schon mal da war, wollte ich mich dort auch umsehen. Ich befand mich in einem Korridor; von dort trat ich in einen großen Seitenraum, der davon abging. Der Raum war schwach beleuchtet, aber von einem Fenster am anderen Ende des Raumes schien Licht herein. Ich näherte mich dem Fenster, und als ich hinausschaute, bot sich mir ein majestätischer Anblick: die Erde, wie sie sich in ihrer prachtvollen Vielfarbigkeit von der Dunkelheit der Leere abhob.

Es war ein faszinierendes Bild, und während ich es auf mich wirken ließ, hörte ich, wie eine Stimme in meinem Kopf sprach: „Nun, da wir durch diese aufwändige Zeremonie Kontakt miteinander aufgenommen haben, ist der Kommunikationskanal zwischen uns zellulär in Deinem Körper verankert.“ Für mich war es klar, dass die Erde selbst mit mir sprach.

Sie fuhr fort: „Ich wünsche mir, dass wir dieses Gespräch fortsetzen. Ich möchte, dass Du auf einen Berg hier in der Gegend steigst und mit mir redest, ganz ohne jede Zeremonie.“ Und das war es auch schon. Ich war ziemlich verblüfft, denn in den vorherigen Zeremonien war ich immer nur passiver Zuschauer gewesen, der versucht hatte, Informationen über mögliche frühere Leben herauszufinden.

Es dauerte eine Woche, bis ich mich entschließen konnte, an das Erlebnis in der Zeremonie anzuknüpfen, und der Bitte der Erde nachzukommen. Ich hatte jedoch große Bedenken, ob irgendwas dabei herauskommen würde. Aber da saß ich nun, oben auf dem Berg, nassgeschwitzt, mit einem Notizblock und Stift in der Hand, und kam mir ein wenig albern vor.

Ich erinnerte mich daran, dass ich offen bleiben wollte, schloss meine Augen und kehrte im Geist zu dem wunderschönen Bild der Erde zurück, das ich in der Zeremonie gesehen hatte. Und plötzlich, da war sie wieder, die Stimme: „Dies ist ein Kraftort. Du wurdest hergeführt“, waren die ersten Worte, die ich empfing. Wenige Augenblicke später: „Ich werde Dir etwas beibringen über die Beziehung zwischen Euch und mir. Ich möchte, dass Du zwei bis drei Mal der Woche hierherkommst, so dass wir weiter miteinander reden können. Dies ist ein Programm, das zwei bis drei Monate dauern wird. Dann werden wir fertig sein. Es ist Teil unserer Übereinkunft, und ich bin froh, dass es jetzt geschieht.“

Auf diese Weise begann eine Serie von Unterredungen, die meine Beziehung zur Erde und zu unserem Leben auf ihr verändern sollte. Während der dritten Sitzung bat sie mich, meine Geschichte darüber zu veröffentlichen. Ich versprach es und mit diesem Buch erfülle ich nun endlich mein Versprechen. Es brauchte eine Zeit, bis ich der Bitte nachkam, auf einen Berg zu steigen und mit der Erde zu sprechen, und noch viel mehr Zeit, bis ich bereit war, diese Geschichte zu veröffentlichen.

Warum erst jetzt diese Veröffentlichung?

Es gab verschiedene Gründe, warum ich 15 Jahre gezögert habe, die Ergebnisse meiner Gespräche mit der Erde zu veröffentlichen. Kurz gesagt: Ich war bis zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht dazu bereit.

Während diese Gespräche liefen, hatte ich keine Zweifel, dass ich wirklich im Kontakt mit der Erde stand. Die Aussagen, die ich erhielt, waren für mich so echt und überraschten mich häufig derart, dass es mir unmöglich erschien, mir das alles selbst ausgedacht zu haben. Aber in den Zeiten zwischen den Gesprächen spürte ich nur selten eine derart enge Verbindung zur Erde. Meine inneren Begegnungen auf dem Berg waren etwas Besonderes; mein Alltag ging wie sonst weiter, ohne dass ich groß an die Erde dachte.

Trotz meiner Erlebnisse hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich den Gedanken, dass die Erde ein Lebewesen mit Bewusstsein, Gefühl und der Fähigkeit zu kommunizieren ist, als Wirklichkeit voll akzeptieren konnte. Da sogar ich zögerte, das, was ich erlebt hatte, für bare Münze zu nehmen, hatte ich Zweifel, dass man mich ernst nehmen würde, wenn ich meine Geschichte veröffentlichen sollte.

Mir war das Ausmaß der Folgen bewusst, wenn die Menschheit insgesamt entdecken würde, dass die Erde lebt, ein Bewusstsein hat und kommuniziert, und wenn wir in einen fortwährenden, bewussten Austausch mit ihr treten würden. Dies hätte das Potenzial, unser ganzes Leben zu verändern. Ich wusste, dass ich einen dicken Fisch an der Angel hatte; die Frage war, ob ich bereit war, meinen persönlichen Erlebnissen voll zu vertrauen und ihn ins Boot zu holen.

Bei dem Gedanken dieses Buch zu schreiben, wurde mir klar, dass ich nicht hinter diesen Gesprächen stehen konnte, ohne erneut den Kontakt mit der Erde herzustellen. Sollte mir dies nicht gelingen, konnte ich kaum überzeugend behaupten, dass die Erde mit uns auf einer bewussten Ebene ins Gespräch treten will. Seit 1996 kommunizierte ich zwar hin und wieder mit der Erde, aber diese Kontakte waren fast immer nur sporadisch und von kurzer Dauer.

Zudem wollte ich das, was ich erhalten hatte, noch einmal kritisch überprüfen, indem ich der Erde tiefergehende Fragen über meine Notizen von damals stellte. Darüber hinaus waren die Aussagen der Erde in einer Weise formuliert, die äußeren wie inneren Wechselbeziehungen und Vorgängen den Vorzug gegenüber „harten“ Fakten und wissenschaftlichen Erklärungen gab. Sie schien einer anderen inneren Logik zu folgen; einer Logik, die nicht so sehr von Ursache und Wirkung bestimmt war. Sie war eher die Logik eines Universums, das lebt, alles durchdringt und miterschafft, in dem Emotionen als „gefühlte Energiebewegungen“ gelten und sogar die Zeit zu „Ereignissen“ wird, die einander berühren. Ich hatte das Gefühl, dass diese neue Art des Aufeinander-Bezogenseins eine tiefergehende Erklärung verlangte.

Ich mietete deshalb 2011 für sechs Monate ein kleines Häuschen auf dem Land und widmete mich ganz der Aufgabe, eine so enge Verbindung zur Erde wie möglich wiederaufzubauen, um dann dieses Buch zu schreiben. Das gelang wunderbar, und ich arbeitete die Antworten, die ich bekam, in das Material von 1996 ein. Heute habe ich keine Bedenken mehr, meine Geschichte zu erzählen.

Einige der Aussagen, die ich von der Erde erhielt, sind ziemlich eindeutig – zum Beispiel, wenn sie sagt, dass sie lebt und mit den Menschen kommunizieren will, oder wenn es um die Frage geht, warum Menschen auf die Erde kamen. Eindeutig war auch der Vorschlag, ein technisches Gerät zu bauen, mit dem sie in unserer eigenen Sprache mit uns reden kann.

Andere Passagen klingen poetischer und enthalten ungewöhnliche Wendungen wie „die Macht der Schönheit“ oder „die schöpferische Kraft des Vertrauens“. Mit der Zeit jedoch wurde mir klar, dass diese „unwissenschaftlichen“ Aussagen, wenn sie bis zu Ende gedacht werden, nicht weniger stichhaltig sind als die „eindeutigen“. Sie beziehen sich einfach auf innere Vorgänge, und dafür sind die Worte gut gewählt. Ich hatte aber den Eindruck, dass ihnen eine Art Übersetzung gut tun würde, zumindest eine Kommentierung. Als ich einen Teil meiner Aufzeichnungen mit Freunden durchging, merkte ich, dass viele Passagen zwar mir, der ich sie erhalten hatte, verständlich waren, anderen dagegen überhaupt nicht. Ich habe daher eigene Kommentare, Gedanken und Anmerkungen zu meinen Reaktionen eingeschoben, um den Sinn dieser Passagen, so wie ich sie verstehe, zu erläutern.

Selbstverständlich sollten wir auch in Betracht ziehen, dass viele der hier wiedergegebenen Behauptungen metaphorisch gemeint sind. Dies kann eine sinnvolle Deutung dessen sein, was die Erde uns sagen möchte. Meine Kommentierung geht jedoch immer erst einmal von einer wörtlichen Interpretation aus, weil ich tatsächlich von Anfang an die Aussagen der Erde wörtlich verstanden habe.

Für wen ist dieses Buch gedacht?

Nachdem die Erde mich gebeten hatte, ihre Aussagen zu veröffentlichen, kam ich zu dem Schluss, dass sie an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet waren – und nicht an beispielsweise speziell spirituell interessierte Leser oder solche mit New-Age-Hintergrund oder ähnlichen Glaubenssystemen. Wenn die Erde lebt, fühlt und ein Bewusstsein hat, dann spielt es keine Rolle, ob man an Gott glaubt oder Atheist ist, Pantheist oder schlichtweg nicht weiß, was man glauben soll. Lebendig ist lebendig, fühlend ist fühlend, und bewusst ist bewusst.

Dennoch ist mir klar, dass meine Sprache oft von Formulierungen geprägt ist, die diesem Anspruch nicht immer gerecht werden. Mir ist auch klar, dass die Vorstellung, dass die Erde „wie Du und ich“ lebt, für den Durchschnittsmenschen am Rande dessen liegt, was sich gesellschaftlich diskutieren lässt. Aber vor nicht langer Zeit galt dies auch für die Vorstellung, dass die Erde um die Sonne kreist, dass Materie aus Atomen besteht, dass wir Milliarden von winzigen Viren und Bakterien in unserem Körper haben, die unseren Gesundheitszustand beeinflussen, und dass unsichtbare Funkwellen ständig durch unsere Körper hindurchdringen.

Und doch haben einige der Aussagen, die ich empfing, auch die Grenzen dessen strapaziert, was ich zu glauben bereit bin. Aber vielleicht gilt auch hier, dass man erst neue Wege entdeckt und besser vorankommt, wenn man solche Grenzen bewusst erweitert. Zumindest scheint es dies zu sein, was eine Umbruchszeit wie die heutige von uns verlangt.

Zur Existenz und Zuverlässigkeit nicht-physikalischer Kommunikation

Wie stichhaltig ist das, was ich hier berichte? Wissenschaftlich gesehen bietet meine Aussage, dass ich mit der Erde gesprochen habe, natürlich viele Gründe für Skepsis. So gibt es bislang keine wissenschaftlich gesicherten Beispiele für Kommunikation, die nicht auf physikalisch erklärbare Phänomene zurückzuführen sind. Deshalb wird die Möglichkeit der Gedankenübertragung als unbewiesen verneint. Außerdem wird die Idee, dass die Erde ein Bewusstsein hat, sei es noch so rudimentär, kategorisch abgelehnt.

Auf der anderen Seite gibt es kaum Menschen, die nicht irgendwann eine Art nicht-physikalischer Kommunikation erlebt haben. Unzählig sind die Beispiele von Menschen, die in dem Augenblick des Todes eines nahen Verwandten oder Freundes dies intensiv gefühlt oder im Traum erfahren haben, selbst dann, wenn sie räumlich weit entfernt waren. Andere erleben, dass sie von Menschen angerufen werden, mit denen sie jahrelang keinen Kontakt hatten, an die sie jedoch kurz zuvor gedacht haben. Langjährige Paare oder frisch Verliebte wissen nicht selten, wenn ihren Liebsten in der Ferne etwas zugestoßen ist oder wie es ihnen geht.

Solche Erfahrungen nicht-physikalischer Kommunikation erleben normale, rationale Menschen zu oft als dass man sie als Hirngespinste abtun könnte. Sie werden oft als „anekdotisch“ beschrieben; allerdings haben fast alle Menschen solche Anekdoten zu berichten. Ein solcher Vorgang ist mit den derzeit anerkannten Theorien nicht erklärbar. Zu oft wird deshalb die tief verwurzelte Gewissheit der Betroffenen, dass es sich um reale Kommunikation handelt, ganz generell als Verirrung abgetan. Es „darf nicht sein“. Dem wahren Geist der Wissenschaft würde es entsprechen, dass man die Erfahrungen ernst nimmt, die Frage offen lässt und sie als Ansporn versteht, das Thema weiter zu erforschen.

Nehmen wir an, dass solche Kommunikationen tatsächlich möglich sind und ich Informationen von einem Wesen außerhalb von mir erhalten habe. Selbst dann kann ich nicht beweisen, dass die Mitteilungen wirklich von der Erde stammen; ich kann lediglich meine Erfahrung wiedergeben.

Und weiter: Wenn es doch die Erde war, die zu mir sprach, kann ich nicht gewährleisten, dass ich ihre Mitteilungen korrekt empfangen habe. Ich bin überzeugt, dass eine solche nicht-physikalische Form der Kommunikation niemals hundertprozentig akkurat ist. Nach meiner Erfahrung lassen wir in solchen Situationen oft nicht zu, dass uns eine Information erreicht, die wir auf irgendeiner Ebene und aus irgendeinem Grund nicht hören wollen.

Ein engagierter Friedensaktivist wird beispielsweise nicht ohne Weiteres Informationen über die Notwendigkeit, zur Waffe zu greifen, zulassen, und ein Befürworter von Feuerwaffen wird Aussagen über die Notwendigkeit, sein Gewehr und seine Pistole niederzulegen, kaum hören. Wer eine kreationistische Position oder den Ansatz eines „Intelligent Designs“ des Universums vertritt, wird Hinweise zur evolutionären Verwandtschaft von Menschen und Affen ausblenden. Umgekehrt wird jemand, der von der Evolutionstheorie überzeugt ist, Aussagen ausfiltern, in denen von einer Art göttlichem oder spirituellem Einfluss auf die Entstehung des Lebens die Rede ist. Wir lassen unbewusst etwas aus, fügen etwas hinzu oder verzerren Informationen so, dass sie sich besser in unseren Glauben, unsere Weltsicht, unsere Wünsche oder Hoffnungen einfügen. Zweifellos gilt das auch für mich.

Dass ich es bin, der diese Aussagen empfing, bedeutet auch, dass deren Wiedergabe zu einem gewissen Grad durch mein Vokabular, meine Konzepte und die Kategorien, in denen ich denke, gefärbt sind. Diese Konzepte und Kategorien gehen mit Annahmen und Überzeugungen über die Realität einher, welche vielleicht nur begrenzt relevant sind für eine Wesenheit wie die Erde und für die Art, wie sie die Welt wahrnimmt.

Einige der Aussagen enthalten außerdem ungewöhnliche Formulierungen der Erde, die eine andere Art der Logik und des Denkens erfordern, als wir es gewohnt sind. Ich glaube, dass sich diese Einschränkungen mit der Zeit überwinden lassen, wenn die Vorstellung einer Kommunikation mit der Erde in unserer Sprache akzeptierter und alltäglicher wird.

Dieses Buch ist als Inspiration gedacht, und ich hoffe, dass es den Leser eventuell offener dafür macht, dass die Erde lebt und ein Bewusstsein hat. Meiner Meinung nach ist das gesamte Universum belebter, als wir es ihm zubilligen. Wenn wir uns zurücklehnen und den Gedanken zulassen, dass die Erde uns anspricht und uns mitteilt, dass sie „mit uns ist“, kann dies eine Veränderung in uns auslösen. Wir können damit anfangen, unseren inneren Sinnen zuzuhören, die uns die ständige Anwesenheit der Erde spüren lassen – einer Erde, mit der wir eng verbunden sind, einer Erde, die sich nichts sehnlicher wünscht, als gesehen, gespürt, gehört und angesprochen zu werden.

Wie erlebe ich diese Kommunikation?

Als 1996 meine ersten Unterredungen mit der Erde stattfanden, erlebte ich die Erde als eigenes, individuelles Wesen, das antwortete. Ich bemühte mich, so aufgeschlossen wie irgend möglich zu sein. Nur solche Eingebungen schienen mir vertrauenswürdig, die von einer Erde kamen, die ich als völlig eigenes, von mir getrenntes Wesen ansah und die zu mir wie von A zu B sprach.

Während der Arbeit an diesem Buch im Jahr 2011, empfahl mir die Erde eine andere Verfahrensweise, um mit ihr Kontakt zu halten: Sie schlug vor, mich zuerst ihr gegenüber zu öffnen und sie zu spüren. Ich entspannte mich und versuchte mit allem, was ich an Sinnen zur Verfügung hatte, die Präsenz der Erde zu spüren. Dies gab mir das körperliche Gefühl, dass die Energien der Erde durch mich strömten und dass ich mit ihr verbunden war. Danach sollte ich mich auf eine bestimmte Frage oder ein Gesprächsanliegen konzentrieren und den gedanklichen Prozess zulassen, der sich entwickelte. Meine Empfindung war, dass die Erde in mir denkt.

Ich nahm den gesamten Vorgang wahr, als stünde ich in einer telepathischen Verbindung mit einem körperlich lebenden Wesen, ähnlich wie wir gelegentlich so etwas wie eine telepathische Verbindung mit einem anderen Menschen oder vertrauten Tier erleben.

Mit der Zeit bemerkte ich, dass diese Kommunikation mit einem Körpergefühl einherging, bei dem sich mein Becken entspannte und öffnete. Ich hielt dies für ein Zufallsereignis, bis ich vor kurzem in einem Buch von Dolores La Chapelle darauf stieß, dass die Chinesen das „Tan Tien“, also die Beckengegend, als das „andere“ Gehirn ansehen, welches imstande ist, Strömungen in der Erde zu spüren.

Persönliche Anmerkung

Einige indigene Völker bedienen sich in ihren Ritualen psychoaktiver Drogen, um mit dem „Geist Gaias“ in Kontakt zu treten. Ich möchte daher betonen, dass ich keinerlei Drogen oder andere bewusstseinsverändernde Mittel im Rahmen der Erfahrungen, die mit diesem Buch zu tun haben, zu mir genommen habe.

Disclaimer

Hirnforschern zufolge kann eine spezielle Verletzung am linken Schläfenlappen die linke Gehirnhälfte durcheinanderbringen, so dass das Hirn Aktivitäten der rechten Hemisphäre so interpretiert, als stammten sie von einem anderen „Selbst“, also einem Dämonen, Engel, Außerirdischen oder sogar Gott.

Selbstverständlich kann das, was ich als Gespräch mit der Erde erlebt habe, eigentlich ein Selbstgespräch gewesen sein. Sollte dies der Fall sein, ist dieses Buch Ausdruck meiner Vorstellung, was die Erde sagen könnte, wenn sie lebendig wäre und mit uns sprechen könnte. Aber soweit mir bekannt, weist mein linker Schläfenlappen keine Verletzung auf.